Ein Pfauenauge verirrt sich in mein Zimmer und landet zielsicher auf meiner linken Brust. Dort bleibt er sitzen, bis er nach draußen getragen wird. Überhaupt sind überall Schmetterlinge zur Zeit. Mein Indigobruder schickt mir Bilder von einem Kollegen. Der ist wenig schmetterlingshaft, sondern hat eine verwegene Charakterfresse, die gut auf Jazzkonzerte und auf Piratenschiffe passen würde. Irgendwann würde ich den kennenlernen, heißt es. Außerdem werde ich auf eine Gartenparty eingeladen, auf ein tagelanges Fest zwischen Tomatensträuchern, Kräutern, Rosen und Kirschbäumen. Alles ist etwas heruntergekommen in diesem Garten, der Teich zugewachsen, die Pergolen überwuchert. Geschlafen wird in Hütten, die Musik ist exzellent. Nachts gibt es Freilichtkino und Wein und Tanz am Feuer. Ich bewundere, wie alles zusammenpasst. Man merkt, dass die Jungs ihre Gartenwoche schon öfter gemacht haben. Ich genieße, wie mich Bambus, Blumen und Johannisbeerbüsche im Vorbeigehen berühren, streife durch versteckte Ecken des Grundstücks, schaue in den Himmel und habe schmutzige, nackte Füße, die nach Lagerfeuer riechen. Ich mag die völlige Ruhe, mit der jeder einer Aufgabe nachgeht oder einem Gespräch. Der Musik oder den Gedanken nachhängt. Der Garten ist ein kleines Paradies.
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Filmsektion
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Earpiece Kurzfilm Das Gefühl, eigentlich ausschalten zu wollen, aber nicht zu können. Den Kopf bis zum Anschlag voll. Weil Weghören irgendwann nicht mehr geht. Ein Film über die Informationsflut und den Geisteszustand, den sie hinterlässt. Der Kurzfilm Earpiece wurde durch eine Ausstellung der Tübinger Psychiatrie inspiriert.Link zum Film: earpiece.fjonan.com |
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One by one – We will take you Gangster/Splatter/ZombieBig Boss hat einen Auftrag. Es ist ein Überfall. Ein Raubüberfall auf ein Casino. Für Asia, Boris, Cesar und Dillon läuft alles nach Plan. Zumindest so lange, bis sie in ihrem Versteck eine Entdeckung machen. Eine unheimliche Entdeckung … |
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www.one-by-one-movie.com |
Jeder Scheiß
Du bist der einsame Wolf, der geheimnisvolle Beobachter, der Querdenker und König der Diebe. Du bist der lässige Großstadtcowboy, einen Deiner Stiefel immer im Abenteuerland. Du bist der Hecht in der Suppe. Du bist dies, Du bist jenes. Wer hört nicht gern Geschichten darüber, wer er eigentlich sei. Persönlichkeitstests sind beliebt, zugegeben, auch bei mir. Welcher Typ Frau bist Du. Tussi. Welche Waffe passt zu Dir. Uzi. Was fehlt Dir zum perfekten Leben. Nichts. Die Tussi mit Uzi und dem perfektem Leben. Was will ich mehr. Noch nie bekam ich einen Amüsiergutschein. Der kommt vom Schlagzeuger. Wir werden uns an der übernächsten Lebensecke treffen. Er bemühe sich zu überleben, sagt er. Ansonsten, gierige Wolkenschau, Regen saufen, Schweiß lecken. Sprit und Licht tanken, über die Landstraßen fliegen, frei sein. Es lebe jeder Scheiß und die Schmetterlinge.
Ein Ort zum Zusammenbrechen
Ich seh mich schon, wie in Filmen, als eine dieser wunderlichen, alten Damen. Die in ihrem völlig verwachsenen Garten herumwandelt, im schmutzglasigen Gewächshaus seltsames Kraut anbaut. Wo alles nach Blüten und Harz riecht und auf deren Grundstück allenthalben komische Figuren, Gartengerät und klapperndes Zeug herumfahren. Wo der Held hingeht, wenn ihm gar nichts mehr einfällt. Wenn er einen Ort zum Zusammenbrechen braucht.
Blumenstreukind
Nach dem Aufstehen gibt es Tee aus frisch gepflückter Minze und drei Kirschen vom Baum. Um mich herum heiratet die Welt, die Bräute und Bräutigame fallen von den Bäumen wie reife Früchte. Natürlich ist das übertrieben, aber es macht Spaß, so daherzureden. Ich bin eher der Typ Blumenstreumädchen. Linst zwar gerne zu den Blumenstreujungen hinüber, ist aber eigentlich viel zu klein für den ganzen Erwachsenenkram. Bausparvertrag, my ass. Der Versicherungsfuzzi klingt ja selber nicht überzeugt und würde vermutlich auch lieber auf irgendeiner Wiese spielen gehen. Verheiratet ist er auch nicht. Wenn wir gerade bei Wiesen sind, bei Grün und Blumenstreuen. Mich faszinieren Pflanzen und ihre schnelle, fast drogenhafte Wirkung auf mich. Stell‘ mich fünf Minuten in den Wald, ins Gewächshaus oder auf eine hochgewachsene Wiese und es geht mir gut. Meine elf Töpfe voller Kraut und Blühzeug sind inzwischen Meister in professioneller Nervenberuhigung. Sie müssen mit den Zigarillos verwandt sein, denke ich. Hätte ich einen Garten, würde der vermutlich ziemlich bald zu einer Art Outdooratelier, zu einem buschigen Wildwuchsbiotop mit kunstvoll freigehaltenen Lichtblicken. Unkraut und Kraut sprösse Seite an Seite, ich habe den Unterschied ohnehin nie kapiert. Lasst mich auf tolerante Nachbarn hoffen. Die Gummistiefel für den nichtvorhandenen Garten habe ich jedenfalls schon.


