All posts by Fee

Gold, Zimt, Täubchen

Kleine Hyänen und Löwen bändigen, mit bloßer Hand ihre Kehlen anfassen, schütteln oder kraulen, je nachdem. Sich unter die Pranken der großen Löwen legen, sich was beweisen. Die Nägel golden lackieren. Fahrkarten kaufen. Zimtsterne verteilen. Schuldig sein. Selig sein. Auch Dichter sind manchmal zu high für Worte. Ich wiederhole. Freundschaft ist nur eine Entschuldigung, nicht lieben zu können.
Sich fragen, wer lauscht. Sich fragen, wer liest. Satzfetzen aufschnappen, und wie die Augen im Dunkeln gern Gespenster sehen, macht das Ohr wunderliches Geschwätz aus den Fetzen.
Zitrone, Mango, Melone, schmeckst Du es heraus. Wo die richtige Stelle für einen Kuss, wo der Club für diese Nacht. Das Hotelzimmer wartet und ist einfach da, wenn man es braucht. Vielleicht ein Stadtplan, vielleicht ein Frühstück in der Skybar. Vielleicht blaue Flecken, für mich oder den Löwen. Für einen Moment wird die Welt wieder still stehen. Sagt er. Wird unter meinen Händen wie ein Täubchen gurren. Kein Geheimnis, keine Sensation.

Kaviarhäppchen

Mit einer Überdosis Kaffee bekommen Höhenflüge diese gewisse Wendigkeit, die sonst nur im Traum möglich ist. Die Netze und Muster spinnen sich schneller, leichter, im Flug. Zu Hause, genau hier, in midair. Und warum, frage ich mich, werden die Pfannkuchen genau heute perfekt.
Die ersten Wunderkerzen sind versprüht. Der ferne Brand kommt näher, die Welt färbt sich orange und rosarot in seinem Schein. Ich frage mich, ob er uns je erreichen wird. Oder ob er eine Fata Morgana ist. Ruhig und satt frage ich mich das, zur Musik wippend, eine Frau vor einem zwölf Meter langen Meeresfrüchtebuffet, die kein Problem damit hätte, ihre Kaviarhäppchen mit einem Shrimpscocktail oder etwas Hummermousse auf Artischocke einzutauschen. Die Welt ist gut zu mir.

Tourist

Ich bade in all den Lichtern, die ich selbst nie aufhängen würde. Als Touristin im Weihnachtsland treibe ich einigermaßen unbemerkt in der Menge mit. Bin Nutznießer des Flimmerns und Funkelns, lasse etwas von der Freude und dem Glanz auf mich abstrahlen. Weihnachten ist mein Fest nicht. Aber es ist schön, wenn die Einheimischen feiern.
Wildleder und Teakholz, Messing und Holundersaft. Eines gurrenden Ohrwurms wegen bestelle ich das eine Album. Um eines kleinen Jungen willen das andere. Im Nebenzimmer ist Krieg. Am Horizont brennt irgendwas.

Metaphern für die Liebe

Grausame Metaphern für die Liebe sammeln. Nebenbei Bewerbungen schreiben und schwimmen gehen, mit meiner rosa Schwimmbrille. Meinen eigenen Schatten an der Poolwand verfolgen, wenn ich durch das nächtlich beleuchtete Becken tauche. Otter spielen. Über der Türkiswelt der Unterwasserscheinwerfer liegt eine dünne Silberschicht. Wenn ich auftauche, schneit mir der Himmel auf den Kopf.
Musik, Adrenalin und die kindische Freude, dass es endlich losgeht, beim Anfahren des Zuges. Nach Big Beats in freier Wildbahn suchen und sich in den Sommer sehnen. Sand, Treibgut, mit Stöcken fechten. Wissen, dass keiner diesen Kampf gewinnen wird. Dass wir beide fallen werden, ineinander.
Grausame Metaphern für die Liebe sammeln. Und alle enden mit dem Tod. Meine Nägel sind orangefarbig lackiert. Eine Hand auf seinem Rücken, die andere auf seiner Brust, so dass sein Löwenherz zwischen meinen Händen schlägt. Nur noch sechsmal schlafen.